wanderlust ~ ~ ~
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Donnerstag, 12.Februar.09, 05:28AM
In memoriam Paul Newman
Donnerstag | 12 Februar 09 | 05:28 AM


Das gab es gestern zum Dinner ;-)

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Dienstag, 10.Februar.09, 07:27AM
Shorts
Dienstag | 10 Februar 09 | 07:27 AM
In einem Shop in Sydney

AM: I wonder, do these shorts become wider or do they rather shrink when washed?

Verkaeuferin: I would guess they stay the same. With jeans it's different they always widen. But these... How wide are they? They are wide at the very top, are they?

AM erklaert die shortsmaessig unguenstige Anatomie ihrer Beine und Hueften.

Verkaeuferin: Yeah, I'd say you might want to get the bigger ones. I wear them wider, it's more comfortable. You can wear a nice belt. I always wear a belt...

AM: ...

Verkaeuferin: ...unless you're planning on losing weight.

AM: Well... I've been planning on that for ages... Just never happens.

Und dann erzaehlte sie mir, wie sehr duenne Menschen das gerne tun, dass sie gerade 5 Kilo zugenommen hat... (die ich allerdings an ihr nicht entdecken konnte, obwohl ich ihre Fuesse nicht sehen konnte, vielleicht da??)... jaja, blabla
Jetzt aergere ich mich ueber meine zu weiten Shorts, aber nicht sehr, denn sie sind sehr comfortable, auch mit Guertel.

Oder sollte der Plan etwa unerwartet und ganz ploetzlich endlich aufgegangen sein?

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Montag, 09.Februar.09, 00:34PM
Red Cliffs
Montag | 09 Februar 09 | 00:34 PM
Vorweg:
Victoria steht offenbar in Flammen, aber nein, ich bin nicht in der Feuersbrunst verbrannt, mir geht es bestens! 131 Tote, ganze Orte sind abgebrannt, Autos, Kuehe, Pferde, Hunde tot. Schafe rennen brennend herum. Waehrenddessen herrschen in Queensland Ueberschwemmungen und die Rinder dort verhungern auf kleinen Inseln im Wasser... Global warming?

Hab mir gestern einen extrem entspannten Tag in Mildura gemacht, durch die 2 Einkaufsstrassen gebummelt, Kaffee getrunken, meiner Internetsucht gefroent und gelesen. Nachmittags wurde ich von meinen jetzigen Hostelbetreibern abgeholt. Hier wimmelt es von lustigen Asiaten und eher unlustigen Indern, einige Franzosen und Deutsche sind auch da, komischerweise fast gar keine Briten. Nojo, Abwechslung muss sein. Die Stimmung ist jedenfalls gut.
Das Hostel ist eine alte Klinik, zwar so gut es geht umfunktioniert und ganz ok, aber es hat doch dieses gruselig krankenhaushafte, so komischen Schiebetueren, Klingeln fuer die Schwester, rollstuhlgerechten Toiletten und Duschen etc. Dafuer gibt es diverse Fernsehzimmer, Internet for free (dementsprechend begehrt sind die 6 Plaetze) und auch waschen kann man umsonst.
Man wird fuer Arbeit eingeteilt, die meisten Jobs sind... na?... ja, richtig grapes picking! Tja, hab heute also wieder Trauben gepflueckt, diesmal rote. Und ich weiss jetzt auch warum mein vorheriger Boss so jaehzornig war: seine Trauben waren einfach der letzte Mist! Diese sind schoen gleichmaessig, keine matschigen, keine zu kleinen, man weiss wann sie gut sind: wenn nicht mehr gruen. So einfach kann es sein. Diesmal muessen wir die Trauben direkt in den Reben beschnippeln, abwiegen und schoen eng in mit Plasitk ausgelegte Kisten verpacken- immer 9,2 Kilo.
Arbeitsbeginn ist um 7, Ende um 15 Uhr- sehr angenehm. Leider ist es zwar anders aber mal mindestens genauso sehr unorganisiert wie in Robinvale. Heute morgen haben sich die Inder alle um die Styropor (da kommt gar kein h rein??)- Kisten gekloppt, Szenen die mich irgendwie an die Verteilung von Care-Paketen in der 3. Welt erinnerten. Zudem war es heute morgen richtig kalt (tagsueber inzwischen angenehme 27 Grad): fuehlte mich wie in Indien, Sibirien und Australien gleichzeitig. Waehrend der Arbeit springen die ganze Zeit Supervisors um einen rum und kontrollieren die korrekte Packung der Kisten. SO mag ich das, direktes Feedback. Was soll ich sagen: ich hab mein Handwerk gelernt, sie haben nicht einmal gemeckert! Und am Ende war ich halb so dreckig wie beim letzten Job.
Alles sehr entspannt. So entspannt, dass ich vorhin noch mal wieder schwimmen war. Problem ist nur, dass es pro Kiste auch bloss 2,6 Dollar gibt und man einfach nicht genug schafft, um auf einen vernuenftigen - wuerdevollen wie lebenswerten - Stundenlohn zu kommen. Plus: ich kann einfach keine Trauben mehr sehen.
Morgen darf ich was anderes probieren: die Planen von den Reben nehmen, mit 13 Jungs zusammen. Hoffe, das sind nicht alles Inder... es tut mir ja leid, aber an die muss ich mich erst noch gewoehnen, irgendwie sind die so... anders. Kathi, irgendwelche Tipps?? (Oje oje, ich fuerchte irgendwie naechstes Silvester muss ich in Tammy's Club "Ich nehme mir jedes Jahr vor ganz pc zu sein, scheitere aber immer nach 2 Tagen wieder dran" eintreten).
Insgesamt glaube ich aber, dass ich naechste Woche wieder weiterziehe. Fruitpicking macht definitiv nicht reich, und wenn das eh ueberall so ist, kann ich wenigstens noch unterschiedliche Orte sehen. Hoffe noch immer, dass dann wenn endlich auch die Semesterferien vorbei sind, sich doch noch ein Office oder Waitressing Job auftut.
Hoffe, dass bis dahin die Bushfires weitesgehend geloescht sind, denn sonst komm ich hier womoeglich nicht weg. Wir werden sehen.

So long!

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Sonntag, 08.Februar.09, 04:13AM
Sacked
Sonntag | 08 Februar 09 | 04:13 AM
Ja, das waren gerade mal 5 Tage... Freunde, ein Abenteuer jagt das naechste. Ich komm schon kaum noch mit. Bin am Freitag doch tatsaechlich gefeuert worden, das erste Mal in meinem Leben. Grund: ich habe angeblich nicht gut genug Trauben gepflueckt. Lache immer noch drueber.

Es wurde auf der Farm in Robinvale eigentlich jeden Tag jemand gefeuert, bisher waren es immer Asiaten. Als ich das das erste Mal mitbekommen habe, hat es mich schon sehr geschockt, wie das ablief. Jeder von uns hatte einen kleinen Zettelblock mit einer Nummer, die man in die Kisten mit Trauben, die man morgens gepflueckt hatten, legte. Die Kisten wurden in die Scheune gefahren und dort inspizierte die asiatische Supervisor (Vorarbeiterin nennt man das wohl bei uns) Nikki oder auch der Boss einige Kisten. Wenn die nicht voll gefuellt waren oder dort nur schlechte Trauben drin waren, wurde gerne mal jemand eben so gefeuert. Und das nicht mal im direkten Gespraech mit dem Boss, sondern einfach durch einen Supervisor: "Number 17. You go! You're picking no good. You're boxes are shit. You go!"
Freitag hatten wir lange gepflueckt, es kam immer auf die Tagesorder an wie lange, dann liessen sie uns 2 Stunden in der Hitze warten, bis wir endlich in die Scheune zum "trimmen" durften. Dort sagte uns unsere Teamleiterin Justine dann, dass sie 3 von uns nicht weiter arbeiten lassen, weil unsere Pflueckergebnisse angeblich nicht gut genug waren. Keine Diskussion. Tja, wir fuhren also zum Container-Wohnheim und konnten es nicht glauben. Fakt ist naemlich, dass meine Ernte genauso gut oder schlecht war wie die 4 Tage zuvor und man mich 2 Tage vorher noch fuer meine gute Arbeit gelobt hatte. Die Trauben wurden einfach von Tag zu Tag schlechter, weil die Hitzewelle ihnen einfach nicht bekommt.
Wir genossen erstmal den freien Nachmittag, waehrenddessen verhandelten Justine und unser direkter "Chef" Anthony eifrig mit den Boss Mario. Ein italienischer Hitzkopf, der laut Anthony total angenervt ist von den ewigen Trauben... jahrein jahraus... und sauer ueber die vermurkste Ernte dieses Jahr. Tja, kann ich ja nichts zu. Wir hatten alle schon ca. die Haelfte der Trauben in den Reben weggeschnitten bzw. weggeworfen, weil es alles vertrocknet, gelb oder schlapp war und versucht zu retten was zu retten war.
Das Ende vom Lied war, dass die beiden anderen Maedels zurueck durften, ich aber nicht. Wobei Anthony es wohl nicht mal geschafft hat sich unsere Kisten ueberhaupt anzuschauen, denn er war den Tag ueber gar nicht da, weil er mit Becky in Adelaide war, um ihr Auto abzuholen, dass von Darwin aus dort hingeschifft wurde.
Alle behaupten zwar, dass Anthony keinen Einfluss auf die Entscheidung hatte, ich denke aber, dass Mario uns gar nicht kennt, nur Nummern. Und es ist schon merkwuerdig, dass gerade ich, die als letzte zu der Gruppe kam und alleine, nun gehen musste. Koennte mir also vorstellen, dass Anthony dafuer gesorgt hat, dass die beiden anderen bleiben, weil die mit mehreren Leuten da waren und die anderen auch gegangen waeren, wenn einer gefeuert worden waere.
Am Freitagabend kamen dann alle anderen totmuede erst um 9 von der Arbeit, da sie bis halb 9 geschnippelt hatten. Eigentlich sollte ein lustiger Spieleabend mit viel Bier stattfinden, davon uebrig blieb nur viel Bier und eine sehr muede, sehr deprimierte Gesellschaft. Ich musste mich den ganzen Abend forschender Blicke erwehren, ob ich nun gleich losheulen wuerde oder froh war raus zu sein. Eigentlich eher letzteres, war aber so geschafft, dass ich es unmachbar fand den ganzen Abend froehlich zu grinsen, zumal ich ja auch wieder arbeitslos war.

Am Samstag packte ich meine siebzig Sachen, buchte ein Taxi nach Robinvale und den Bus nach Mildura, sagte aber beides wieder ab, weil Matt, einer der Jungs aus unserer Gruppe, eine Mitfahrgelegenheit aufgetrieben hatte. Schon folgte das naechste Abenteuer: Der Typ sah sehr gruselig aus, seit ca. 3 Jahren nicht gewaschen, kaum noch Zaehne im Mund, die die er noch hatte mir irgendwas rotem verschmiert (Etwa Blut? Oder nur irgendein Obst?). Im Auto war es wahnsinnig heiss und stank wie Hoelle- draussen gab es Hitzerekorde von 45 Grad im Schatten. Matt fuhr mit nach Mildura, angeblich wollte er sich mal kurz die Stadt anschauen, weil er eh nichts besseres vor hatte. Das stimmte sicherlich zum Teil auch, ich glaube aber, dass er auch mitkam um mich zu beschuetzen. Er hatte naemlich einige Bier am Abend vorher getrunken, nur 2 Stunden geschlafen, dann gearbeitet und war dementsprechend todmuede. Glaube er mochte mich ganz gerne, denn er hatte am Abend vorher an mir rumgebaggert, allerdings auf eine Weise, die mich eher an Klassenfahrten in der 6. Klasse erinnerte, so mit Kronkorken werfen und dann so tun als ob man's nicht gewesen sei... hihi. Nun ja, abgesehen davon, dass er mir 6 Jahre zu jung war, war ich auch sonst nicht im mindesten an dem Mann interessiert. Seine Sorge fand ich aber trotzdem ganz suess. Und das mit dem Beschuetzen hat auch insofern funktioniert, als ich alleine ganz sicher mit dem Typ nicht mitgefahren waere. Der Mann stellte sich allerdings als ganz redselig und nett raus, er arbeitete das ganze Jahr als Fruitpicker, zog durch die Lande. Als er erzaehlte, dass er vor ein paar Monaten einen Herzinfarkt hatte und nun erstmal nicht arbeiten durfte, malte ich mir nach dem Tramper-Mord als naechstes gleich mal die Szenen des Autounfalls durch ploetzlichen Tod des Fahrers aus...
Wie ihr seht, ist alles gut ausgegangen. Wohne in Mildura im Hostel. Gestern fuerchtete ich erst ab heute nicht nur arbeits- sondern auch noch obdachlos zu sein, da alle Hostels ausgebucht waren. Wenn man hier im Hostel wohnt, versorgen die einen auch gleich mit Arbeit- fruitpicking, Trauben, Paprika, Orangen, Avocados, Pflaumen.
Bin dann gestern abend erstmal schwimmen gegangen, da man 45 Grad sonst nicht ertragen konnte. Ausserdem war mein Koerper ploetzlich stark unterfordert. Bin 2 Stunden geschwommen, bis ich voellig aufgeweicht war und meine Schultermuskeln wehtaten. So gut!Fingernaegel sind trotzdem noch immer nicht sauber.
Danach telefonierte ich weiter Hostels ab und stiess auf eine sehr lustig und nett klingende Frau namens Justine (ja, die Namen wiederholen sich hier oefter mal, kenne inzwischen auch 3 Jodies), die sowohl ein Bett im 4er girls dorm in einem Student und Backpacker Hostel als auch Arbeit fuer mich hat. Der Satz: "I hope you'll like the place" ueberzeugte mich nach Red Cliff, ca. 10 km ausserhalb von Mildura, weiterzuziehen. Solche Ueberlegungen hab ich noch aus keinem Hostelbetreibermund gehoert! Sie holt mich heute nachmittag ab. Bis dahin geniesse ich die Errungenschaften der Zivilisation in Mildura: Klimaanlage, Schwimmbad, Cappucino, eiskalte Fruchtsaefte... und Internet!! Bin ja schon auf Entzug! Aber da es einen stuendlichen Bus von Red Cliff gibt, bin ich wohl ab jetzt wieder besser zu erreichen. Ueber SMS freue ich mich trotzdem weiterhin.
(Uebrigens weckte mich mein derzeitiger Wirt heute morgen um 7, er hatte doch noch sowohl ein Bett als auch Arbeit fuer mich aufgetrieben. Leider zu spaet. Irgendwie ist die Welt wohl so, kein Job ist kein Job, aber hat man einen Job, kommt der zweite geflogen.)

Bin gespannt wie es weitergeht. Ansonsten ist die Devise von nun an "keep moving"! So sehe ich zumindest was vom Land.

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Freitag, 06.Februar.09, 06:30AM
Grapes grapes and grapes
Freitag | 06 Februar 09 | 06:30 AM
Das waren gerade mal 5 Tage, aber ein komplett anderes Leben. Soviel erlebt, good and bad.
Arbeite koerperlich schwer, in meist ueber 40 Grad Hitze, bin dafuer quasi hirntot, also bis auf das Schmerzzentrum und den Teil der die grundlegenden koerperlichen Funktionen aufrecht erhaelt... anders gesprochen: mein iPod und ich lernen uns sehr sehr gut kennen dieser Tage!
Die Fahrt im Roadtrain war super. Am Anfang aufregend, dann, muss ich leider gestehen, extrem langweilig. Der Fahrer war ein dicker lustiger Mensch namens Tony, aus der Gegend hier um Mildura, und hat wie viele hier italienische Vorfahren... Eltern um genau zu sein. Man merkt schnell gar nicht mehr in was fuer einem Gefaehrt man sitzt, nur beim Anfahren ist dieser Riesenkoloss sehr langsam, dann braust man so vor sich hin. Da dieses Land einfach verdammt gross ist und wir New South Wales quasi einmal von Osten nach Westen durchquert haben, waren das an die 1000 km. Totenbilanz: 3 Kaninchen, 1 Fuchs und 1 Kanguruh... wesentlich weniger als erwartet. Und ein Kuhwarnung ueber Funk, diese hat dann aber wohl gemerkt, dass sie falsch war, denn wir haben sie weder tot noch lebendig angetroffen. Aeh... und die anderen haben wir nur gesehen, haben nix umgefahren, weder Roos noch Kamele noch lila Elefanten.

Ankunft abends um halb 10. Wohne seitdem in einer Containeranlage mit ca. 25 Leuten, 20 davon girls, 5 boys. Alle Iren oder Briten, 1 Franzoesin, die ihr 2. Workin Holiday Visum erarbeiten. Das kann man seit kurzem bekommen, wenn man unter 30 ist und mindestens 3 Monate Farmwork macht. Da die Wirtschaft in Europa so schlecht ist, wollen die alle hierbleiben,... wobei ich das starke Gefuehl habe, dass sich die Finanzkrise hier schon von ihrer uebelsten Seite zeigt...
Nun ja, stehe taeglich zwischen 5 und 7 auf, es gibt 3 Busfahrten zu den Weinreben. Es wird gewechselt, wer in welcher Tour mitfaehrt. Dann stehen wir meist bis 12 in der Sonne und pfluecken Trauben. Die schneidet man mit einer spitzen Gartenschere von den Reben, schneidet grob die schlechten, matschigen raus und legt die Buendel in Styrophor (kann das verflixte Wort nicht schreiben...???)- Kisten, ca. Umzugskistengroesse. Die Bezahlung ist mieserabel, pro Box bekommen wir 1,15 Dollar... teilt es ca. durch 2 fuer Euro. Tja, mein Maximum war bisher 42 Kisten in 6 Stunden... ein Hungerlohn.
Nach der Mittagspause (Sandwiches Tag fuer Tag) geht es in die Scheune, wo wir die Trauben "trimmen"... ah, hab ich erwaehnt, dass es hier nicht etwa um Wein geht, sondern um die Trauben an sich... table grapes. Stehen an weissen Drehtischen unter denen ein Fliessband die Kiste verteilt. Man zieht sich eine Kiste raus und schnippelt an einem "bunch" rum, bis keine matschigen, verbrannten, zu kleinen oder sonst irgendwie unschoenen Trauben mehr dran sind und die Traube ganz wunderschoen aussieht. Trauben-Wellness quasi. Asiatische Menschen auf der anderen Seite der Drehtische maekeln dann dran rum und erzaehlen einem was man noch abschneiden soll, und packen die Buendel dann je nach Schoenheit in Nr. 1 oder Nr. 2 Kisten. Nr. 1 wird ins Ausland versandt, Nr. 2 in Australien verkauft. Wenn ihr also demnaechst gruene Weintrauben aus Robinvale, Australien, essen solltet, hab ich sie vielleicht gepflueckt und vielleicht auch kosmetisch ueberholt. Vielleicht aber auch nicht...
Bisher haben wir meist bis 7 abends gearbeitet, mit ein paar 2-3 halbstuendigen Pausen. Vor allem das "trimming" geht auf den Ruecken und die Arme, da man die ganze Zeit steht und die Buendel manchmal sehr schwer sind. Die haelt man mit der Linken und schnippelt mit der Rechten. Dagegen ist das "picking" in den Reben echt spassig.
Da wir am Fliessband nicht reden duerfen, und in den Reben so weit auseinander stehen, ist man den ganzen Tag mit sich selbst beschaeftigt... daher entdecke ich Songs auf meinem iPod, die ich nie darauf vermutet haette. Und mit "good ole Neil" im Ohr faellt es doch sehr viel leichter. Die Stunden in "the shed" werden stuendlich bezahlt, allerdings sind das auch nur 12 Dollar.
Abends, nachdem ich den Dreck aus allen erdenklichen Ritzen meines Koerpers gewaschen habe- befuerchte meine Fingernaegel werden nie wieder sauber- falle ich eigentlich nur noch tot ins Bett. Die ersten 2 Tage waren extrem hart, mir tat einfach nur alles weh. Inzwischen habe ich mich erstaunlich dran gewoehnt. Frage mich aber doch jeden Tag einmal warum ich das eigentlich mache... Bin doch eigentlich gar nicht auf dem Selbstfindungstrip?? Erwische mich sogar bei Gedanken wie: Warum sitze ich nicht irgendwo zu Hause und kriege Kinder wie andere Leute in meinem Alter? Das MIR!! Oder: Ich fliege morgen nach Hause und arbeite den Rest meines Lebens bei Unimall ohne mich je wieder ueber die Arbeitsbedingungen zu Beschweren. Ok, ich glaube ihr koennt Euch vorstellen wie hart es ist...
Aber, nachdem ich mich inzwischen "in die Gruppe eingefuegt" habe, ist es ok. Und es klingt bloed, aber es ist auch extrem befriedigend seinen Koerper mal etwas zu schinden, natuerlich wissend, dass man das nicht ewig macht. 3 Monate wuerde ich es eher nicht aushalten. Weniger wegen der koeperlichen Belastung als, dass mir mein Hirn wegschrumpft... Schade eigentlich, dass immernoch niemand einen Gedankenrekorder erfunden hat... ich koennte ne ganze Doktorarbeit schreiben in der Zeit, in der ich Trauben schnippel.... oder euch jeden Tag einzeln Emails schreiben. Nun ja, es gibt Geld, vor allem weil ich nur 70 Dollar pro Woche Miete zahle und es kaum Moeglichkeiten zum Ausgeben gibt. Vielleicht reicht es ja am Ende noch fuer Neuseeland.
Ah, noch eine Geschichte: am ersten Tag hatte ich ein Containerzimmer fuer mich alleine. Am 2. Abend brannte leider meine Klimanlage... wahrscheinlich ein elektrischer Brand. Es war nicht wirklich gefaehrlich, weil es nur aussen brannte und wir es schnell loeschten. Tja, leider ist der Raum jetzt aber staubig vom Loeschmittel und zu heiss zum drin schlafen. So bin ich nun voruebergehend bei Becka und Ailish, zwei Irinen, eingezogen... Glaube allerdings nicht, dass die Aircondition bald ersetzt wird, unser Boss, Anthony (gerade mal 22, redet aber wie eine alte Frau von 88) ist leider etwas unorganisiert.
Soweit mein Update. Internet ist sauteuer, da wir im totalen Kaff sind. Werde mich aber bemuehen bald wieder zu schreiben. Bin uebrigens ueber jede SMS (oder sogar Anruf) von Euch dankbar. Handynummer schicke ich per Mail.
Lasst es Euch allen gutgehen!

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