wanderlust ~ ~ ~
Samstag, 31.Januar.09, 01:55PM
Fruitpicking
Samstag | 31 Januar 09 | 01:55 PM
Liebe Freunde der Sonne,
leider werdet ihr in naechster Zeit weniger Gesuelz ueber mein alltaegliches Touristenleben und die wundersamen Unterschiede zwischen Grossstaedtern in unterschiedlichen Hemisphaeren, zwischen meinen geliebten Sydneysidern und den noch heisser geliebten Berlinern etc pp zu lesen bekommen...
...und wenn der Mensch neben mir, der offenbar versucht ganz ohne Videofernsprecheinrichtung ans andere Ende der Welt fernzusprechen, in einer unidentifizierbaren Sprache, mal aufhoert zu schreien... dann kommt hier auch noch die gute Nachricht: ein JOB!!! Endlich. Dachte schon es liegt an mir, meiner Nase, meinem offenbar schwer zu lokalisierendem Akzent (dies sei nicht ohne Stolz gesprochen;-)), meiner ausgesprochenen Abneigung happy, enthusiastic und dynamic alles auf einmal zu sein... nein, es gab einfach nuescht.
Aber es laeuft halt wie so oft im Leben auch hier ueber Vitamin B: meine roommate im Hostel, eine recht schottisch klingende, Britin gab mir die Nummer ihres Bosses. Der mich nun ab Montag zum Trauben pfluecken in Robinvale, in der Naehe von Mildura, ca. 5 Stunden noerdlich von Melbourne, erwartet. Bin begeistert, wo ich doch eh noch mehr von Victoria sehen wollte! Und Wein ernten finde ich ausgesprochen nuetzlich.
Das Beste (vorerst): Becky, meine Vermittlerin und Supervisor auf dem Weingut, kennt jemand der Roadtrains faehrt... das sind diese Riesenlaster mit 3, 4 oder 5 Anhaengern, die durch die australischen Weiten rasen und gerne mal ein totes "roo" am Strassenrand zuruecklassen. Sie kann umsonst in den Roadtrains mitfahren und nimmt mich nun auch mit....Beziehungen. Ich wuerde mal vermuten: ABENTEUER!! Yay!
Habe heute also 300 Arbeits-Shorts, 200 Billig-Tshirts, 4 Kilo Sonnencreme, 80 Paar Gartenhandschuhe und den mittlerweile 2. Schlafsack gekauft (Mengenangaben sind meiner derzeitigen Deutschstunde- Lektuere geschuldet- ganz vergessen wie grossartig Siegfried Lenz ist- faellt extrem raus aus der sonstigen australischen Literatur)... denn der 1. liegt bei Astrid weit weit draussen in Yarrawarrah in der neuen Garage vom neuen Haus und da ich morgen um 9 auf den Roadtrain aufspringen muss, kriegen wir das nun nicht mehr hin. Naja, wird am Ende alles wieder verhoeckert.
Etwas traurig bin ich Astrid und Jodie hier verlassen zu muessen, aber muss hier auch endlich raus. Es wurde langsam anstrengend und frustrierend und so will ich ja eigentlich meine gewohnene post-universitaere Freiheit nicht verbringen. Gestern allerdings noch mal kurz amuesiert festgestellt, dass es nicht nur unfassbar vor gutaussehenden Maennern in dieser Stadt wimmelt, sondern auch vor aufgetakelten Frauen. Da kommt weder Berlin, noch ich gegen an. Ich kann machen was ich will, neben Jodie und girlfriends sehe ich irgendie immer hm... langweilig aus, auch wenn ich mich rausputze wie so Omma's 80... nee, viel schoener ;-) Troeste mich aber damit, dass die in Berlin doch recht billig und/oder overdressed wirken wuerden. Ist halt eine Kulturfrage. Naja, diese Modesorgen lasse ich ja nun ohne Bedauern zurueck.
Tja, leider weiss ich nicht wie die Internetabdeckung zwischen den Reben sein wird, aber ich werde versuchen Euch auf dem Laufenden zu halten. Emails mit Neuigkeiten oder in Ermangelung derer auch gerne Belanglosigkeiten, empfange ich trotzdem auch weiter gerne.
In diesem Sinne: See ya, guys! Take care.

PS: Der Link zum Blog darf uebrigens bei Interesse netter Menschen gerne weitergegeben werden. Nur falls Mo mehr wissen moechte, Claudi ;-)

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Donnerstag, 29.Januar.09, 04:13AM
26 January 1788
Donnerstag | 29 Januar 09 | 04:13 AM


Am Australia Day bin ich mit meiner roommate aus dem Hostel, Yun-Jung aus Korea, den ganzen Tag durch die City gelaufen. Unter anderem durch den Hyde-Park wo schier unendlich viele Oldtimer, teils mit dem Lenkrad auf der linken Seite (nein, leider weiss ich nicht warum), ausgestellt waren. Irgendwie sollte wohl moeglichst viel Geschichte praesentiert werden. Viele viele Fressbuden oder sonstiger Klimbim, wie das halt so ist auf Volksfesten. Diverse kleine Buehnen mit unterschiedlichster Musik.
Wir fuhren mit den alten Doppeldecker-Bussen, die an dem Tag durch die Stadt ratterten. Schauten uns im Hafen die Parade der 3 alten Segelschiffen an, die die Ankunft der First Fleet im Port Jackson am 26. Januar 1788 nachstellt. Damals waren es noch 11 Schiffen.
Fast jeder war irgendwie in eine australische Fahne gehuellt oder hatte ein Tatoo auf der Wange. Viele auch in gold-gruen den australischen Nationalfarben- die kommen vom australischen Golden Wattle Baum (Goldakazie).
Ich habe mich mit den Aussies solidarisiert und die Flipflops mit der Australien-Flagge angezogen, die es von Astrid zu Weihnachten gab.
Leider fing es gegen 15 Uhr an zu regnen, und das ist hier anders als in Deutschland- es schuettet und es hoert nicht wieder auf... Wir liefen also ins Hostel zurueck und gingen zum Abschluss noch mal mit Schirm los, zum Darling Harbour. Dort wurde eine integrative Tanzshow mit Didgeridoo-Musik, Aborigines, Weissen und chinesischen Akrobaten geboten, denn es war gleichzeitig chinesisches Neujahr und es gab ja im letzten Jahr endlich die Entschuldigung des Premier Ministers an die Aborigines. Allerdings hab ich nur die handvoll Ureinwohner dort gesehen, die bestimmt die gleichen sind, die auch den Papst begruesst haben... und sonst tagtaeglich die Touris am Circular Key mit Didgeridoo-Musik und Kriegsbemalung begluecken. Ansonsten gibt es heftige Rufe nach einer Verlegung des Nationalfeiertages auf den 1.1., um die Federation der Bundesstaaten in 1901 stattdessen zu feiern. Denn die weisse Besiedelung Australiens zu feiern ist ja irgendwie auch gleichbedeutend mit der Landwegnahme und dem Genozid an den Ureinwohnern.
Die Nationalhymne Adavance Australia Fair wurde gesungen und zum Abschluss gab es trotz andauerndem Regen ein langes sehr explosives Feuerwerk.

Hier gibt's weitere Fotos

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Dienstag, 27.Januar.09, 10:45AM
On the road- final part
Dienstag | 27 Januar 09 | 10:45 AM
... morgens war der gruselige Campingplatz gar nicht mehr gruselig. Wir wurden von einem Vogelkonzert geweckt: Kakadus, Lorikeets, Kokkaburras... Stefan war noch frueher wach und machte Fotos der heimischen Vogelwelt. Nachdem wir die Strassenkarte (irgendwie hatten wir auf der gesamten Reise Schwierigkeiten eine vernuenftige Karte aufzutreiben) und Fruehstueck (Dusche fiel mal wieder aus, weil wegen is nich), fuhren wir weiter durch Ararat, Halls Gap, in den Grampians National Park hinein. The Grampians sind der allerletzte westliche Auslaeufer der grossen Gebirgskette Great Dividing Range, die Australien an der gesamten Ostkueste durchzieht und dann nach Westen abknickt.
Dort stellten wir erfreut fest, dass wir keinen Tagespass kaufen mussten, fuhren zunaechst zum Aussichtspunkt auf "the Balconies", machten dort eine kurze Wanderung zum weiteren Lookout. Weiter zu den McKenzie Falls, zu deren Fuss wir in der Mittagshitze ueber viele viele Treppen hinabstiegen und dort enttaeuscht feststellen mussten, dass man leider nicht baden durfte. Wir hielten also nur unsere Fuesse ins kuehle Nass. Beim Aufstieg schlichen Silke und ich dann Stefan hinterher. Der Lake Wartook, ein Stausee, enttaeuschte uns wiederum, da recht eintoenig, wenig pittoresk und kein Ausblick auf irgendwas. Dort trotzdem kurze Mittagsrast, es gab... ja, Salat und Sandwiches. Die Silverband Falls gefielen dann wieder sehr viel besser: ein duenner Strahl, der unten angekommen sofort unterirdisch weiterfloss, kein See unten. Hach, und den Kopf drunterzuhalten war soooo gut nach 3 Tagen ohne Dusche!! An einem weiteren Lookout hatten wir einen weiten Blick ueber die abgeholzte Ebene ausserhalb der Grampians und einen weiteren Stausee Lake Bellfield.
Durch die Nachtfahrt zuvor, hatten wir in den Grampians viel Zeit die Gegend zu erkunden. Am spaeten Nachmittag fuhren wir zwischen den beiden Gebirgszuegen weiter, aus den Grampians hinaus nach Dunkeld, weiter nach Hamilton, wo wir kurz vor Torschluss noch in der Visitor Information nach der Beschaffenheit einiger Campingplatz auf der weiteren Route fragten. Die nette Dame verstand meine flehende Bitte um einen Platz mit Dusche und empfahl Mt Eccles National Park. Der beste Platz, der 3 von uns besuchten. Es war nichts los, wir konnten uns einen Stellplatz aussuchen, es gab Sitzgelegenheiten, eine Feuerstelle, genuegend Holz... UND: Duschen und Wasserklos. Diesmal zahlten wir Campinggebuehr, allerdings zahlten wir die $16 (ca. 8 Euro beim derzeitigen Kurs) fuer uns alle 3 sehr gerne. Wir machten noch einen kleine (500m) Wanderung zum Lake Surprise, ein See vulkanischen Ursprungs und waren ganz entzueckt von den winzigen leuchtend blauen und braunen Voegeln, die um uns herumhuepften. Da wir frueh dran waren fiel die Dusche lang und das Abendbrot sehr gemuetlich aus, bei Lagerfeuer und Rotwein fragten wir uns dann ob der hoechst merkwuerdigen Geraeusche aus dem Wald eine Weile ernsthaft, ob es in Australien Wildschweine gibt??? (inzwischen bestaetigt: ja, es gibt tatsaechlich einige wenige) Wer uns dann aber sehr bald sehr zutraulich besuchte, waren Possums... insgesamt 4 oder 5. Sie interessierten sich jedoch so sehr fuer unseren Muell, dass wir diesen lieber entsorgten, waehrend die Possums noch sehr lange um uns rum in den Baeumen rumkletterten. Gegen 12 ins Bett. Vielleicht lag's am Wein, aber das war meine beste Nacht, nicht gefroren. Dafuer schlief Silke leider nicht so gut.

Am naechsten Morgen kamen wir erst gegen 10 los. Als Stefan nach der Ausfahrt auf die Strasse fuhr, war es mir ein grosses Vergnuegen ganz gelassen sagen zu koennen: "Du faehrst auf der falschen Seite..." Da war ja zum Glueck kein Verkehr. Das ging aber auch mir so, nach laengerer Pause und aus einer Ein-/Ausfahrt kommend, war ich doch etwas verwirrt ob der Strassenverhaeltnisse. Ansonsten machte mir das Fahren sogar richtig Spass.
In Port Fairy fanden wir die historischen Strassenzuege nicht wirklich, bewunderten aber den schoenen Blick ueber einen langen Strand und helltuerkises Meer, dass man von der Ferienappartmentanlage aus hatte.
Von dort ging es weiter ueber Warrnambool, Peterborough, Port Campell auf die Great Ocean Road. Hier war es dann ganz ploetzlich sehr touristisch, ein Lookout folgte dem naechsten auf die diversen seltsamen Felsformationen vor und in der Kueste: London Bridge, The Arch, The Grotto, The Blowholw, Loch Ard Gorge und von Westen kommend zuletzt The Twelve Apostles. Viele viele Touristen aus aller Herren Laender. Dort standen dann auch an jeder Parkplatzausfahrt Schilder, dass in Australien Linksverkehr herrscht.
Nach Princetown und Lavers Hill hatten wir entschieden noch einen Abstecher nach Cape Otway, einer Halbinsel, und dem Leuchtturm dort zu machen. Im Lonely Planet hatte ich zufaellig mal kurz gelesen: Watch out for Koalas! And watch out for other motorists doing the same! Ich hatte nach der bestaendigen, aber voellig vergeblichen Suche vor 4 Jahren schon gar nicht mehr dran geglaubt, dass man die tatsaechlich jemals "in the wild" zu Gesicht bekommt. Ploetzlich rief Stefan aber von hinten: Ich hab einen gesehen! Ich nahm das erst gar nicht ernst. Als wir dann aber stoppten, fanden wir ueber eine Strecke von ein paar hundert Metern ueberall graue Fellbaelle in den Astgabeln haengen. Jede Menge Koalas, einer bewegte sich auch... zum Fressen. Das Lighthouse war dann irgendwie nicht mehr spannend...
Zurueck auf der Great Ocean Road gingen wir in Apollo Bay noch mal schwimmen. Die Fahrt ging nun auf den Felsen direkt am Meer entlang, teilweise sehr kurvig und sehr steil.
Vor Lorne war vor uns ein Laster, dessen Ruecktuer offen stand und bei jeder Kurve hin und her schwang. Ich hielt lange viel Abstand, weil ich Angst hatte uns koennte die Ladung auf die Windschutzscheibe knallen. Das ganze wurde aber immer schrecklicher anzuschauen, denn die Tuer flog in jeder Kurve auf und war vor allem fuer den Gegenverkehr echt gefaehrlich. Ein Motorradfahrer wurde fast gekoepft. Lichthupe brachte nichts, Hupen auch nicht, der Fahrer merkte nichts. Erst als ich in Lorne dicht auffuhr und konstant hupte, hielt der Laster an und wir konnten dem Fahrer Bescheid sagen. Hui ui ui, danach waren meine Knie echt weich. Tja, leider haben wir so Lorne total verpasst... und haette ich gewusst, dass Ann Kristin und Olli dort gerade in einem 4 Sterne Restaurant kellnerten, haette ich mir ja gerne kurz einen Kaffee servieren lassen. Ja, die beiden tauchen immer wieder hier in diesem Blog auf, sind aber irgendwie nicht zu fassen, aber vielleicht treffen wir uns ja doch noch irgendwann.
Ueber Airey's Inlet, Anglesea, Torquay, Geelong fuhren wir abends nach Melbourne rein. Fanden das Hostel schnell und auch das Parken war widererwartend keinerlei Problem. In Melbourne genossen wir wiederum eine richtige Dusche, ein richtiges Essen beim Italiener und schlenderten noch eine Weile durch die City, so dass ich leider zwar nur einen sehr kurzen, aber doch einen kleinen Eindruck bekam. Ich muss sagen, ich kann verstehen, warum viele Melbourne toll(er) finden, aber meine Lieblingsstadt bleibt Sydney, was aber natuerlich auch daran liegt, dass ich hier Leute kenne und hier schon gewohnt habe.
Am naechsten Mittag dann Rueckflug nach Sydney- ich von Avalon weit ausserhalb, Silke und Stefan von Tullamarine, wo sie das Auto abgaben. In Astrid's Wohnung trafen wir uns dann wieder... und dies alles geschah einmal vor Weihnachten.

This is the end, my friends!


PS: Tanja schien da uebrigens doch nicht alleine zu wohnen, im Hellen sahen wir auch noch die Haeuser von Tanja's Eltern, ihrer Oma, ihrem Onkel und den Cousinen.

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Sonntag, 25.Januar.09, 11:24AM
Australia Day
Sonntag | 25 Januar 09 | 11:24 AM
Und weil ich heute einen faulen Tag habe, kommt hier nun sogar noch ein zweiter kurzer Eintrag zwischendrin.

Gestern sind Astrid und Richard in ihr neues sehr schoenes Haus gezogen, am heissesten Tag meiner bisherigen Zeit hier: angeblich 41 Grad. Es waren aber genug starke Maenner da, so dass es echt schnell ging. Gegen Mittag hatten wir alles im neuen Haus, suedlich von Sydney, an der Grenze zum Royal National Park. Habe noch geholfen auszupacken, so dass es gestern Abend zumindest schon bewohnbar war. Abends todmuede ins Bett gefallen. Bin von dem ganzen Klimaanlagenbloedsinn hier, inzwischen leicht verschnupft... aber das geht bei dem Wetter bestimmt schnell vorbei.

Morgen ist Australia Day, der Nationalfeiertag, die Aussies feiern die Landung der First Fleet am 26. Januar 1788 und die Besitznahme des Landes durch Captain Arthur Phillip im Namen der Englischen Krone. Obwohl sie strenggenommen schon ein paar Tage vorher in Botany Bay gelandet waren, wo es ihnen irgendwie nicht gefiel, und man sich auch fragt inwiefern das wirklich ein Tag zum Feiern ist... fuer die Aborigines sicher nicht.

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On the road- part 2
Sonntag | 25 Januar 09 | 06:16 AM
Der Link zum Fotoalbum hat leider nicht richtig funktioniert, aber jetzt solltet ihr Zugriff auf die Fotos haben, ohne Euch anmelden zu muessen, ich schreibe derweil mal weiter...
Am naechsten Morgen sind wir recht frueh aufgestanden, haben unsere Sachen gepackt und sind zum Picknickplatz auf dem Campingground, ca. 5 Einfahrten weiter gefahren, um zu Fruehstuecken. Vorher hatten Stefan und ich uns dort dann auch mal ins Meer gewagt, das allerdings sehr wellenreich war. Durch den fruehen Aufbruch sind wir um die Campinggebuehr drumherum gekommen, den Ranger, der die einsammelte, haben wir noch aus dem Auto gesehen.
Diesmal fuhr Stefan, durch Merimbula, Pambula,... andere -bulas. Im Ben Boyd National Park (die NPs liegen dort direkt an der Strasse, man faehrt meist nur ein paar Kilometer in eine Stichstrasse ab, um zu einem Aussichtspunkt zu kommen) fand ich die sogenannten "Pinnacles" etwas enttaeuschend... waren mehr Waende. Der Ausblick war trotzdem sehr schoen.
Weiter nach Eden, ueber die Grenze hinaus aus New South Wales, hinein nach Victoria, ueber Genoa, dort suchten wir nach italienischer Landschaft, nachdem sich Silke schon sehr beglueckt geaeussert hatte, dass Stefan und ich die Harzlandschaft originalgetreu fuer sie nachgebaut hatten, dann aber schnell merkte, dass sie tatsaechlich im Harz war, und wir nur den Linksverkehr, all die Schilder und die Aussies und natuerlich einen ca. 22 Stunden Rundflug organisiert hatten, um sie glauben zu lassen sie sei tatsaechlich in Australien...

Am Gipsy Point, an einem wiederum sehr idyllischen See, machten wir Mittagspause- wieder mal Sandwiches und Salat. Die Landschaft wurde danach etwas weniger ueppig und flacher. Cann River. Wir hatten schon die ganze Zeit ueber Schilder mit dem Hinweis "Tourist Drive" gesehen und uns gewundert, was das sein sollte. Am Cabbage Tree Creek fuhren wir auf einen solchen, vom Princes Highway herunter, einen kleinen Bogen am Meer entlang, das man allerdings kaum sah. Am Sydenham Inlet hielten wir an. Dort lief ein Fluss parallel zum Meer, zwischen Fluss und Meer lag das Inlet, in dem sich Salz- und Suesswasser vermischten.
Inzwischen hatten wir uns wieder abgewechselt mit dem Fahren, weiter Richtung Cape Conran, bei Marlo stand urploetzlich ein einzelner Polizist mitten auf der Fahrbahn und winkte mir zu anzuhalten. Ich dachte schon ich sei zu schnell gefahren, obwohl immer sehr bemueht mich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten (meist 60 in Ortschaften, dafuer oft nur 100 auf dem Highway)... Aber: "G'day! Just a random breathtest today, ma'am." (ach das ist nur halb so schoen geschrieben, weil ohne den Aussie Akzent) Ja, ich musste also pusten. Wir haben uns kaputtgelacht nachher...

Durch Orbost, Nowa Nowa, zum Lakes Entrance, Bairnsdale, Stratford, Sale, Longford fuhren wir kurz vor Daemmerung nach Paradise Beach. Was sehr touristisch (man denke nur ans furchtbare Surfer's Paradise) klang, war recht klein und einsam. In einem kleinen local shop kauften wir Fish& Chips, fuhren auf einen Camping Platz, dieser eher von Wohnwagen vereinahmt war, und verputzten die weltbesten Fish & Chips am Strand. Dort dann auch der entgueltige Entschluss eine Nachtfahrt einzulegen und quer an Melbourne vorbei zu den Grampians zu fahren. Da ich ungerne nachts fahren wollte (wegen meiner nachlassenden Nachtsicht und wegen der moeglichen Spur toter Tiere, die ich hinterlassen koennte), uebernahm Stefan heldenmuetig die gesamte Nachtfahrt.
Ich fuhr noch 2 Stunden bis es dunkel wurde. Kaum waren wir ein paar Orte weiter, stand da schon wieder ein netter Herr in Uniform... haha, und ich durfte noch mal pusten. Ob die eigentlich auch den Salzgehalt messen koennen? Wie gut, dass ich ihn nicht anhauchen musste. Welch Spass! In Australien werden uebrigens Blitzer angekuendigt und auch die Alkoholtest werden im Fernsehen und auf Schildern "beworben".
Wir fuhren auf dem Western Freeway bis kurz vor Ararat. Ich schlief auf dem Ruecksitz, waehrend Silke und Stefan einen Campingplatz ausgeguckt hatten. Vom Freeway ab, ca. 2 elendig lange Kilometer in den Wald hinein, nirgends Schilder, alles dunkel. Stefan fuhr entschlossen immer weiter. Als wir endlich angekamen, war der Platz bis auf einen Camper leer und wir fanden die Einfahrt durch die Holzzaeune in der Dunkelheit erst nicht. Als wir ausstiegen, hoerten wir sehr merkwuerdige Geraeusche, Voegel? (im Nachhinein wuerde ich vielleicht auch Possums vermuten) Auch die Plumpsklos mussten wir erst suchen. Alles sehr gruselig. Es war mittlerweile nach 1 und ich war fix und alle, quengelig wie ein Kleinkind, schlief sofort und besser als die Nacht vorher.

Fortsetzung folgt...

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Freitag, 23.Januar.09, 06:02AM
On the road- part 1
Freitag | 23 Januar 09 | 06:02 AM
Liebe Freunde, aus mehreren Gruenden erst jetzt endlich mehr ueber unseren Trip durch Victoria. Hatte den Eintrag letzte Woche schon mal geschrieben, dann ist leider die Seite komplett abgestuerzt... :-(
Nun die letzte Woche anderweitig beschaeftigt gewesen, was ja aber an sich auch ein gutes Zeichen ist... echtes Leben statt staendig online zu sein ;-)

Also, vor langer langer Zeit, am 19. Dezember des vergangenen Jahres, holte ich Silke und Stefan vom Flughafen ab, nach meinen ersten Linksverkehrerlebnissen vom Vortag- wie berichtet- ging das ziemlich gut. Nach einer kurzen Umpackaktion und Dusche in Astrid's Wohnung fuhren wir eine lange Weile durch die Vororte von Sydney, wo wir auch den motorisierten Weihnachtsmann tragen, den ihr hier auch schon sehen konntet. (Das Stadtgebiet von Sydney hat ca. 3.6 Mio Einwohner, mit Umland sogar ueber 4. Berlin hat 3.4 aber auf einer kleineren Flaeche).
Immer auf dem Princes Highway entlang, was fuer die naechsten Tage unsere Route sein sollte. Am Bulli Lookout machten wir eine erste, leider ungewollte lange, Pause, weil wir ewig auf unsere Pommes warteten waehrend Wolken aufzogen. Durch Nowra, an Jervis Bay vorbei, dem naechsten Ausflugsziel von Sydney aus um Delfine zu spotten. Durch einen sehr touristischen Ort mit dem wohlklingenden Namen Ulladulla, dann Batemans Bay.
Im Murramang National Park machten wir Halt, liefen zum Pebbly Beach runter. Es war zwar sonnig, aber uns dann doch zu windig fuer ein Bad im Meer. Weiter durch Moruya, Narooma und... Cobargo, dem kleinen Ort, in dem Ann Kristin und Olli am Anfang ihrer Australienzeit einige Wochen auf einer Farm gearbeitet haben. Schoene Gruesse!
Wir staunten ueber die schon mehrfach erwaehnte Landschaft, gruen und huegelig, mit Kuehen und Schafen, so gar nicht das Australien, dass ich bisher kannte. Idylle pur. Wir nannten es Teletubbiesland. Ich wuerde auch behaupten, ein 1A Mega-Golfplatz, Mama! ;-)
Ziel fuer die erste Nacht war der Mimosa Rock National Park. Also weiter nach Bega und Tathra, von dort nach Tanja... das in der Daemmerung nur aus einem Haus zu bestehen schien... wir vermuteten, dass dort Tanja wohnt...haha. Der Camping Platz lag direkt am Meer, und war bereits recht belegt, wir fanden aber ein kleines Plaetzchen fuer unser Zelt.
Campingplaetze in Australien muss man sich anders vorstellen als bei uns, keine Gartenzwerge und riesen Camperwagen. Die gibt es auch, aber meistens sind es nur ebene Flaechen mit niedrigen Holzzaeunen (zwei Stumpfe und eine Querlatte), um die Plaetze abzustecken, ein Plumpsklo in einem Holzhaeuschen und eine Feuerstelle. Das war's auch schon. Manchmal gibt es noch Feuerholz, einen Tisch und Baenke, bei viel Glueck auch eine Dusche. Dieser hatte nicht mal fliessend Wasser. Dafuer wimmelte es von Kaenguruhs. Keine Wallabies, die ich bisher meist in freier Wildbahn gesehen hatte, sondern richtige graue "roos". Die sassen vorzugsweise vor dem Klo rum, welche Einrichtung sie aber offenbar misverstanden hatten, denn sie hatten eifrig davor alles vollgeschissen. Wenn wir also auf's "loo" wollten, mussten wir erst die Tiere wegscheuchen.
Wir waren alle todmuede, Silke und Stefan vom langen Flug. Ich war an diesem Tag, die ganze Zeit gefahren, weil ich Stefan etwas Erholung goennen wollte. Nach ein paar Sandwiches, guckten wir trotzdem noch Sterne. Das fand ich vor 4 Jahren schon wahnsinnig beeindruckend, denn man sieht hier fast doppelt so viele Sterne wie von der Nordhalbkugel. Stefan erklaerte einige Sternbilder, einige bekannte wie Orion, die meisten natuerlich andere als bei uns: z.B. das Southern Cross, nach dem sich hier die Seefahrer richteten statt nach dem Nordstern. An diesem einen Abend hab ich insgesamt 5 Sternschnuppen gesehen!!!
Leider hab ich nachts extrem gefroren bis ich ueber meinen Kuschel-Kapuzenpulli noch die orange Wind-und-Wetter-Jacke zog, die ich im August in Heiligenhafen gekauft hatte und in der ich laut Katrin und Verena angeblich Aehnlichkeit mit Kenny von Southpark habe. Egal, Kapuze auf. So musste ich wenigstens in dieser Folge nicht sterben.

To be continued...

Hier schon mal der Link zu den Fotos, die Silke gemacht hat und von denen ich hoffe, dass es fuer sie ok ist, dass ich sie online stelle. Danke Silke!

Morgen Teil 2, hoch und heilig versprochen!

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