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Slippery when wet
Freitag | 10 April 09 | 06:36 PM
Mir fiel gerade noch rechtzeitig ein, dass es ja Bloedsinn ist ausgerechnet am "Good Friday" nach Geelong zu fahren. Da hat natuerlich alles zu. Aber mit den Feiertagen hab ich's ja nicht so wie ihr wisst.
Stattdessen hab ich viel zu lange geschlafen. Hab dann endlich mein neues Buch angefangen: Carpentaria von Alexis Wright- beschaeftige mich also jetzt endlich wieder mit dem Land in dem ich mich befinde. Den indischen Krimi werde ich evtl. bei den Spice Girls los.
Viel zu spaet hab ich dann beschlossen mal wieder einen Bush Walk zu machen. Gegen 2 bin ich losgewandert, zu den Erskine Falls. Im Visitors Information Center sagte man mir der Walk sei 7.5 km lang und wuerde 3 Stunden dauern. Das sei zu weit, um hin und zurueck zu wandern, ich solle doch nur ein Stueck in die Richtung gehen. Als ich dann aber am Wandern war und alles so schoen gruen war um mich herum, bin ich doch immer weitergegangen. Immer am Erskine River entlang, der eigentlich mehr ein Baechlein ist. Erst auf halber Strecke traf ich Leute, die aus der anderen Richtung kamen. Vaeter mit kleinen Kindern, was mich etwas wundert, denn der Trek war ziemlich anstrengend. Gelegentlich fuehrte der Weg ueber den Fluss ueber rutschige Steine, ab und zu musste ich ueber oder unter umgefallenen Baeumen klettern. Zum Ende hin wuerde es sehr nass und glitschig. Keine Ahnung wie 3-jaehrige Kinder das mitmachen.
Ich hab gut 2 Stunden gebraucht bis ich am Wasserfall war, wo mich ziemlich viele Touristen erwarteten. Die Falls an sich fand ich dann gar nicht mehr so spannend. Wohl ein Fall von "der Weg ist das Ziel". Tat gut so lange zu wandern. 3 Japanerinnen nahmen mich dann mit zurueck nach Lorne. So hab ich meinen Osterspaziergang heute schon gemacht, denn morgen und Sonntag arbeite ich. Die Huette ist voll- 500 Gaeste.
Ausserdem hab ich mir heute zur Feier des Tages echtes Vollkornbrot (was es im lokalen Supermarkt gibt- yummy!) und Milk gegoennt. Letzteres im Kino, ein Film ueber Harvey Milk, den ersten homosexuellen Politiker, der in den 1970ern in den USA gewaehlt wurde. Guter Film: die Story an sich ist ziemlich vorhersehbar... nicht so fuerchterlich spannend, wie das halt so ist bei realen Geschichten. Aber Sean Penn fand ich grossartig! Leider war es a****kalt im Kino. Naechstes Mal werde ich wohl die 2 Dollar mehr bezahlen, um oben in der Loge im Warmen zu sitzen.
Liebe Hasen, ich wuensche Euch allen froehliche und entspannte Ostern!
Stattdessen hab ich viel zu lange geschlafen. Hab dann endlich mein neues Buch angefangen: Carpentaria von Alexis Wright- beschaeftige mich also jetzt endlich wieder mit dem Land in dem ich mich befinde. Den indischen Krimi werde ich evtl. bei den Spice Girls los.
Viel zu spaet hab ich dann beschlossen mal wieder einen Bush Walk zu machen. Gegen 2 bin ich losgewandert, zu den Erskine Falls. Im Visitors Information Center sagte man mir der Walk sei 7.5 km lang und wuerde 3 Stunden dauern. Das sei zu weit, um hin und zurueck zu wandern, ich solle doch nur ein Stueck in die Richtung gehen. Als ich dann aber am Wandern war und alles so schoen gruen war um mich herum, bin ich doch immer weitergegangen. Immer am Erskine River entlang, der eigentlich mehr ein Baechlein ist. Erst auf halber Strecke traf ich Leute, die aus der anderen Richtung kamen. Vaeter mit kleinen Kindern, was mich etwas wundert, denn der Trek war ziemlich anstrengend. Gelegentlich fuehrte der Weg ueber den Fluss ueber rutschige Steine, ab und zu musste ich ueber oder unter umgefallenen Baeumen klettern. Zum Ende hin wuerde es sehr nass und glitschig. Keine Ahnung wie 3-jaehrige Kinder das mitmachen.
Ich hab gut 2 Stunden gebraucht bis ich am Wasserfall war, wo mich ziemlich viele Touristen erwarteten. Die Falls an sich fand ich dann gar nicht mehr so spannend. Wohl ein Fall von "der Weg ist das Ziel". Tat gut so lange zu wandern. 3 Japanerinnen nahmen mich dann mit zurueck nach Lorne. So hab ich meinen Osterspaziergang heute schon gemacht, denn morgen und Sonntag arbeite ich. Die Huette ist voll- 500 Gaeste.
Ausserdem hab ich mir heute zur Feier des Tages echtes Vollkornbrot (was es im lokalen Supermarkt gibt- yummy!) und Milk gegoennt. Letzteres im Kino, ein Film ueber Harvey Milk, den ersten homosexuellen Politiker, der in den 1970ern in den USA gewaehlt wurde. Guter Film: die Story an sich ist ziemlich vorhersehbar... nicht so fuerchterlich spannend, wie das halt so ist bei realen Geschichten. Aber Sean Penn fand ich grossartig! Leider war es a****kalt im Kino. Naechstes Mal werde ich wohl die 2 Dollar mehr bezahlen, um oben in der Loge im Warmen zu sitzen.
Liebe Hasen, ich wuensche Euch allen froehliche und entspannte Ostern!
Starfish
Donnerstag | 09 April 09 | 09:52 AM
Ich hab schon wieder frei. Freie Tage bedeuten Langeweile.
An meinem freien Montag hab ich einen langen langen Stradnspaziergang gemacht. In der Sonne. Gegen den Wind. Barfuss ueber Felsen gekraxelt. Schoen war das. Und ich hab ganz viele schoene kleine Dinge entdeckt. Abstrakte Steinformationen. Kugeln und Riffel und Geschlaengel. Tiere. Muscheln. Unzaehlige winzige Miesmuscheln. Vielfarbige Schneckenhaueser. Rosa, tuerkis, violett. Schimmernde perlmuttfarbige flache Schalen. Krebspanzer. Algen. Grosse nasse Berge, wie Bandnudeln am Strand, einzelne trockene wie Rosen. Vielarmige gelbe, die sich im seichten Wasser hin und her bewegten. Bunte Steine. Winzige rote Seeanemonen. UND: Seesterne in einem kleinen Felspool. Das hat mich ganz gluecklich gestimmt. Das war das erste Mal, dass ich Seesterne lebend gesehen hab. Ausser im Aquarium natuerlich. Dann fiel mir ein, dass ich schon mal welche beim Tauchen vor 4 Jahren gesehen hatte. Die Seesterne haben mich an meine Kindheit erinnert. An Helgoland, wo wir an Gesas 2. Geburtstag waren. (Meine Fresse, dass ist auch schon ueber 20 Jahre her). Wo ich getrocknete Seesterne und Seepferdchen gekauft habe. Oder Papa mir? Beides hat mich damals sehr fasziniert. Die Seepferdchen sind leider schnell zerbrochen. Den Seestern hab ich noch lange aufbewahrt. Heute finde ich das eher abartig, das hat was von ausgestopften Hirschkoepfen.
Jedenfalls hab ich mich geaergert, dass ich weder die Kamera noch den Bruder dabei hatte. Also bin ich Dienstag noch mal los. Das Bruderherz konnt ich leider auf die Schnelle nicht einfliegen, aber die Kamera hatte ich diesmal mit. So hab ich mal eben 1 1/2 Filme verknipst und nicht mal gemerkt als es zwischendurch zu regnen anfing. Nur die Seesterne konnte ich nicht mehr wiederfinden :-( Aber diese hier leben ja, vielleicht haben sie sich vom Acker... hae... Felsen gemacht? Weggeschwommen als die Flut kam? Koennen die das? Die Englaender, die ollen Seefahrer, nenne das ja starfish. Sind Seesterne etwa Fische? Andererseits nennen die Quallen auch jellyfish und das ist ja mal eindeutig Quatsch!
Stellte mit Erschrecken fest, dass ich meine Kamera auch schon 10 Jahre hab. Und dringend das Objektiv reinigen muesste. Und dass ich noch immer keinen Blitz besitze. Und dass ich gerne ein Makroobjektiv haette fuer die ganz kleinen Dinge. Und dass Jan eindeutig fehlt, hier in Australien. (Hast Du sowas?)
Wie gut, dass ich Montag zumindest die Digitalkamera mithatte. Leider kann ich Euch aber dennoch gerade nicht dran teilhaben lassen, da ich keine Moeglichkeit habe meine Bilder hochzuladen. Windows verlangt die Installation eines Programms fuer meine Kamera und wenn man hier nach einem card reader fuer die Kamerakarte fragt, blickt man in Lorne in Gesichter blank vor Unverstaendnis.
Vielleicht fahre ich morgen, an meinem freien Karfreitag, nach Geelong. Dann gibt's vielleicht Bilder. Denn heute gab es Gehalt und ich brauche dringend Abwechslung.
An meinem freien Montag hab ich einen langen langen Stradnspaziergang gemacht. In der Sonne. Gegen den Wind. Barfuss ueber Felsen gekraxelt. Schoen war das. Und ich hab ganz viele schoene kleine Dinge entdeckt. Abstrakte Steinformationen. Kugeln und Riffel und Geschlaengel. Tiere. Muscheln. Unzaehlige winzige Miesmuscheln. Vielfarbige Schneckenhaueser. Rosa, tuerkis, violett. Schimmernde perlmuttfarbige flache Schalen. Krebspanzer. Algen. Grosse nasse Berge, wie Bandnudeln am Strand, einzelne trockene wie Rosen. Vielarmige gelbe, die sich im seichten Wasser hin und her bewegten. Bunte Steine. Winzige rote Seeanemonen. UND: Seesterne in einem kleinen Felspool. Das hat mich ganz gluecklich gestimmt. Das war das erste Mal, dass ich Seesterne lebend gesehen hab. Ausser im Aquarium natuerlich. Dann fiel mir ein, dass ich schon mal welche beim Tauchen vor 4 Jahren gesehen hatte. Die Seesterne haben mich an meine Kindheit erinnert. An Helgoland, wo wir an Gesas 2. Geburtstag waren. (Meine Fresse, dass ist auch schon ueber 20 Jahre her). Wo ich getrocknete Seesterne und Seepferdchen gekauft habe. Oder Papa mir? Beides hat mich damals sehr fasziniert. Die Seepferdchen sind leider schnell zerbrochen. Den Seestern hab ich noch lange aufbewahrt. Heute finde ich das eher abartig, das hat was von ausgestopften Hirschkoepfen.
Jedenfalls hab ich mich geaergert, dass ich weder die Kamera noch den Bruder dabei hatte. Also bin ich Dienstag noch mal los. Das Bruderherz konnt ich leider auf die Schnelle nicht einfliegen, aber die Kamera hatte ich diesmal mit. So hab ich mal eben 1 1/2 Filme verknipst und nicht mal gemerkt als es zwischendurch zu regnen anfing. Nur die Seesterne konnte ich nicht mehr wiederfinden :-( Aber diese hier leben ja, vielleicht haben sie sich vom Acker... hae... Felsen gemacht? Weggeschwommen als die Flut kam? Koennen die das? Die Englaender, die ollen Seefahrer, nenne das ja starfish. Sind Seesterne etwa Fische? Andererseits nennen die Quallen auch jellyfish und das ist ja mal eindeutig Quatsch!
Stellte mit Erschrecken fest, dass ich meine Kamera auch schon 10 Jahre hab. Und dringend das Objektiv reinigen muesste. Und dass ich noch immer keinen Blitz besitze. Und dass ich gerne ein Makroobjektiv haette fuer die ganz kleinen Dinge. Und dass Jan eindeutig fehlt, hier in Australien. (Hast Du sowas?)
Wie gut, dass ich Montag zumindest die Digitalkamera mithatte. Leider kann ich Euch aber dennoch gerade nicht dran teilhaben lassen, da ich keine Moeglichkeit habe meine Bilder hochzuladen. Windows verlangt die Installation eines Programms fuer meine Kamera und wenn man hier nach einem card reader fuer die Kamerakarte fragt, blickt man in Lorne in Gesichter blank vor Unverstaendnis.
Vielleicht fahre ich morgen, an meinem freien Karfreitag, nach Geelong. Dann gibt's vielleicht Bilder. Denn heute gab es Gehalt und ich brauche dringend Abwechslung.
Daylight saving
Sonntag | 05 April 09 | 00:01 PM
Ich friere. Ja, ich. Es ist kalt geworden in Australien und es regnet, zumindest hier im Sueden. Wie ich hoere, bricht bei Euch dagegen schon der Sommer aus!?
Nachdem ich Mittwoch und Donnerstag zwei extrem entspannte Fruehschichten, mit wenig Gaesten beim Fruehstueck und keinen bis gar keinen beim Lunch hatte, hatten wir gestern 2 Hochzeiten. Eine ganz kleine, eine grosse mit 150 Gaesten. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team und ich finde, ich mache meinen Job sehr gut. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass ich sowas bis vor 2 Wochen noch nie gemacht habe.
Beim Lunch am Donnerstag fragte mich neulich ein deutsches Ehepaar, ob es ueblich sei, dass man in meinem Beruf fuer eine Zeit ins Ausland gehe. Darauf konnte ich nur sagen, dass ich glaube, dass das generell sehr verbreitet sei bei jungen Leuten... gut fuer den Lebenslauf etc. blabla. Haha, denn ich hab keine Ahnung!
Die Hochzeit gestern war sehr schoen. Mir fiel mal wieder auf, wie viel mehr rausgeputzt die Damen waren als das bei uns so ueblich ist. Diesmal aber sehr stilvoll und elegant. Viele schoene Kleider, warum ist das bei uns nur oft so spiessig und farblos? Oder kommt mir das nur so vor?
Interessant fand ich auch das unterschiedliche Publikum in den letzten Wochen: erst die etwas ruppigen Farmer, dann die Porno people, dann verkleidete saufende 19jaehrige KFC- Manager, jetzt die sehr zivilisierte und elegante Hochzeitsgesellschaft.
Derweil hat die Conference Managerin Cassandra gekuendigt, weil sie nach Jahren die Schnauze voll hat. Das war die komische, unorganisierte Frau, die mich eingestellt hat. Ich glaube nicht, dass es jetzt besser wird, aber ich muss zumindest keine weitere Luege erfinde, warum ich nach ein paar Wochen schon wieder gehe.
Nachdem ich gestern erst um halb 4 geschlafen hab, ist es, trotz der 1 Stunde mehr, gut heute frei zu haben. Morgen noch einen Tag frei wird allerdings langweilig. Hoffe ausserdem noch mehr Schichten ueber Ostern zu bekommen, denn da werden perverse 42 Dollar gezahlt.
Ich werde mir jetzt mal was warmes zu Essen in der Kueche schnorren. Von den Philippino- Chefs dort ist der dicke Romi angeblich ganz verliebt in mich und so fragen sie mich alle bei jeder Begegnung, ob ich was zu essen haben moechte. Eigentlich muessen wir 5 Dollar pro Essen zahlen. Im Gegenzug kriegen sie von uns Kaffee. So findet ein reger Essen-Kaffee Austausch zwischen Kueche und Bar statt. Norbert, der oesterreichische Chefkoch guckt schmunzelnd weg und neckt seine Chefs mit der vielen Liebe, die in ihrem Essen steckt.
Durch die Zeitumstellung hier und da bin ich Euch jetzt nur noch 8 Stunden voraus.
Nachdem ich Mittwoch und Donnerstag zwei extrem entspannte Fruehschichten, mit wenig Gaesten beim Fruehstueck und keinen bis gar keinen beim Lunch hatte, hatten wir gestern 2 Hochzeiten. Eine ganz kleine, eine grosse mit 150 Gaesten. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team und ich finde, ich mache meinen Job sehr gut. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass ich sowas bis vor 2 Wochen noch nie gemacht habe.
Beim Lunch am Donnerstag fragte mich neulich ein deutsches Ehepaar, ob es ueblich sei, dass man in meinem Beruf fuer eine Zeit ins Ausland gehe. Darauf konnte ich nur sagen, dass ich glaube, dass das generell sehr verbreitet sei bei jungen Leuten... gut fuer den Lebenslauf etc. blabla. Haha, denn ich hab keine Ahnung!
Die Hochzeit gestern war sehr schoen. Mir fiel mal wieder auf, wie viel mehr rausgeputzt die Damen waren als das bei uns so ueblich ist. Diesmal aber sehr stilvoll und elegant. Viele schoene Kleider, warum ist das bei uns nur oft so spiessig und farblos? Oder kommt mir das nur so vor?
Interessant fand ich auch das unterschiedliche Publikum in den letzten Wochen: erst die etwas ruppigen Farmer, dann die Porno people, dann verkleidete saufende 19jaehrige KFC- Manager, jetzt die sehr zivilisierte und elegante Hochzeitsgesellschaft.
Derweil hat die Conference Managerin Cassandra gekuendigt, weil sie nach Jahren die Schnauze voll hat. Das war die komische, unorganisierte Frau, die mich eingestellt hat. Ich glaube nicht, dass es jetzt besser wird, aber ich muss zumindest keine weitere Luege erfinde, warum ich nach ein paar Wochen schon wieder gehe.
Nachdem ich gestern erst um halb 4 geschlafen hab, ist es, trotz der 1 Stunde mehr, gut heute frei zu haben. Morgen noch einen Tag frei wird allerdings langweilig. Hoffe ausserdem noch mehr Schichten ueber Ostern zu bekommen, denn da werden perverse 42 Dollar gezahlt.
Ich werde mir jetzt mal was warmes zu Essen in der Kueche schnorren. Von den Philippino- Chefs dort ist der dicke Romi angeblich ganz verliebt in mich und so fragen sie mich alle bei jeder Begegnung, ob ich was zu essen haben moechte. Eigentlich muessen wir 5 Dollar pro Essen zahlen. Im Gegenzug kriegen sie von uns Kaffee. So findet ein reger Essen-Kaffee Austausch zwischen Kueche und Bar statt. Norbert, der oesterreichische Chefkoch guckt schmunzelnd weg und neckt seine Chefs mit der vielen Liebe, die in ihrem Essen steckt.
Durch die Zeitumstellung hier und da bin ich Euch jetzt nur noch 8 Stunden voraus.
Harleys and Indians
Freitag | 03 April 09 | 09:59 AM
Ich werde verfolgt. Von Indien. Es fing damit an, dass meine Grossgrosskusine... Kusine 3. Grades? (oder wie immer die Kusine meiner Oma im Verhaeltnis zu mir genannt wird) mir ein dickes fettes Buch lieh, irgendwas "Shantram dingsda", geschrieben von einem Menschen, der irgendwie hippiesk wirkte, schon alle erdenklichen Berufe ausgeuebt hatte, aus dem Knast ausgebrochen war, nach Indien abgehauen war, in Deutschland studiert hatte, und irgendwie in Indien wohltaetig und spirituell wurde... ich war begeistert! Buecher, die 1000 Seiten und mehr haben, sind zu lang und die Welt braucht sie nicht wirklich. Das kann ich ungelesen behaupten. Noch dazu wenn sie von solch wahnsinnig weisen Menschen geschrieben sind. Ich liess das Buch in Astrids Obhut in Sydney und beschloss bevor ich es zurueckgebe nur die ersten 20 Seiten zu lesen. Zunaechst also Fluchtversuch.
In Hostel in Coogee traf ich "Todd", der Ende Januar nach Indien flog und dort nach wie vor durch den Norden radelt. Soweit ich weiss. Wir waren zusammen im Kino in "Slumdog Millionaire", von dem ihr sicher auch schon gehoert habt, denn der Film gewann kurz danach diverse Oskars. Und ich kann ihn Euch sehr empfehlen. Sozialkritisch, spannend, teils sehr brutal, manchmal lustig und ein bisschen Bollywood ist auch dabei. Am allerwichtigsten ist aber wohl, dass es der einzige indische Film ist, der im Rest der Welt so bekannt und erfolgreich ist. Jedenfalls faellt mir kein anderer ein.
Dann traf ich die irgendwie mueffelig riechenden, 24 Stunden am Tag Fladen backenden und Trauben klauenden Inder in Red Cliffs, die irgendwie alle so oder so agressiv waren. Ihr erinnert Euch. Neuerdings Flucht (eigentlich nicht wegen der Inder).
In Apollo Bay traf ich Regina, die mir von Suedindien erzaehlte und ganz begeistert war. Und sagte, es sei angeblich sehr anders als Mumbai und der Norden. Und Iris ueberlies mir einen anderen 1000 Seiten Schinken, ueber einen indischen Gangster und einen gutaussehenden Inspektor. Viel Gewalt, Tote auf jeder Seite, Vergewaltigung, Drogen, Mafia etc. Ich quaele mich seit Wochen durch das Buch, kann aber irgendwie nicht aufgeben.
Finally, hier in Lorne, habe ich nun 3 indische Kollegen: Ravi, Shiva und Bala. Alle 3 ganz entzueckend und irgendwie knuddelig. Wie AKK und Oli in ihrem Blog schon bemerkten (die beiden haben im Dezember und Januar im Mantra gearbeitet), sprechen die alle sehr lustiges Englisch. Wie Apu bei den Simpsons. Besonders Bala ist manchmal echt schwer zu verstehen, weniger wegen seines Englisch, sondern weil er so murmelt. Alle drei bestaetigten mir mehrmals, dass Ann Kristin und Oli (Anne and Olive...hihi) ihre "first best friends" gewesen seien, weil alle anderen vorher immer nur "bossy" gewesen seien. Die 5 Koreanerinnen hingegen werden inzwischen nur noch als die Spice Girls bezeichnet, weil sie sich kaum, dass sie ihre Schicht beenden stundenlang auftakeln muessen und aufgeregt giggeln, bevor sie dann tagtaeglich Fish and Chips im Mantra Restaurant ordern und sich gerne mal an 1 Glas Rotwein betrinken.
Meine indischen Freunde dagegen trinken lieber Bundaberg Rum oder Southern Comfort, halten sich gegenseitig nachts vom Schlafen ab und rauchen auch mal in Uniform. Alle zusammen haben wir viel Spass. Ich besonders seit ich gestern gelernt habe Kaffee zu machen: Capuccino, Latte (bei uns Latte Macchiato), Flat White (Capuccino ohne Schaum- die Australier haben irgendwie eingesehen, dass Schaum total ueberbewertet ist und in Take away Bechern eh nur im Deckel haengen bleibt), Short Black (Espresso) und Long Black (doppelter Espresso). Ich habe also nun Tag und Nacht Zugang zu unendlichen Mengen Kaffee. Endlich mal was sinnvolles gelernt. Von meinen Lieblingsindern.
Harleys und andere Motorraeder kommen in diesem Beitrag nicht vor.
In Hostel in Coogee traf ich "Todd", der Ende Januar nach Indien flog und dort nach wie vor durch den Norden radelt. Soweit ich weiss. Wir waren zusammen im Kino in "Slumdog Millionaire", von dem ihr sicher auch schon gehoert habt, denn der Film gewann kurz danach diverse Oskars. Und ich kann ihn Euch sehr empfehlen. Sozialkritisch, spannend, teils sehr brutal, manchmal lustig und ein bisschen Bollywood ist auch dabei. Am allerwichtigsten ist aber wohl, dass es der einzige indische Film ist, der im Rest der Welt so bekannt und erfolgreich ist. Jedenfalls faellt mir kein anderer ein.
Dann traf ich die irgendwie mueffelig riechenden, 24 Stunden am Tag Fladen backenden und Trauben klauenden Inder in Red Cliffs, die irgendwie alle so oder so agressiv waren. Ihr erinnert Euch. Neuerdings Flucht (eigentlich nicht wegen der Inder).
In Apollo Bay traf ich Regina, die mir von Suedindien erzaehlte und ganz begeistert war. Und sagte, es sei angeblich sehr anders als Mumbai und der Norden. Und Iris ueberlies mir einen anderen 1000 Seiten Schinken, ueber einen indischen Gangster und einen gutaussehenden Inspektor. Viel Gewalt, Tote auf jeder Seite, Vergewaltigung, Drogen, Mafia etc. Ich quaele mich seit Wochen durch das Buch, kann aber irgendwie nicht aufgeben.
Finally, hier in Lorne, habe ich nun 3 indische Kollegen: Ravi, Shiva und Bala. Alle 3 ganz entzueckend und irgendwie knuddelig. Wie AKK und Oli in ihrem Blog schon bemerkten (die beiden haben im Dezember und Januar im Mantra gearbeitet), sprechen die alle sehr lustiges Englisch. Wie Apu bei den Simpsons. Besonders Bala ist manchmal echt schwer zu verstehen, weniger wegen seines Englisch, sondern weil er so murmelt. Alle drei bestaetigten mir mehrmals, dass Ann Kristin und Oli (Anne and Olive...hihi) ihre "first best friends" gewesen seien, weil alle anderen vorher immer nur "bossy" gewesen seien. Die 5 Koreanerinnen hingegen werden inzwischen nur noch als die Spice Girls bezeichnet, weil sie sich kaum, dass sie ihre Schicht beenden stundenlang auftakeln muessen und aufgeregt giggeln, bevor sie dann tagtaeglich Fish and Chips im Mantra Restaurant ordern und sich gerne mal an 1 Glas Rotwein betrinken.
Meine indischen Freunde dagegen trinken lieber Bundaberg Rum oder Southern Comfort, halten sich gegenseitig nachts vom Schlafen ab und rauchen auch mal in Uniform. Alle zusammen haben wir viel Spass. Ich besonders seit ich gestern gelernt habe Kaffee zu machen: Capuccino, Latte (bei uns Latte Macchiato), Flat White (Capuccino ohne Schaum- die Australier haben irgendwie eingesehen, dass Schaum total ueberbewertet ist und in Take away Bechern eh nur im Deckel haengen bleibt), Short Black (Espresso) und Long Black (doppelter Espresso). Ich habe also nun Tag und Nacht Zugang zu unendlichen Mengen Kaffee. Endlich mal was sinnvolles gelernt. Von meinen Lieblingsindern.
Harleys und andere Motorraeder kommen in diesem Beitrag nicht vor.
Food and Beverage Attendant
Samstag | 28 März 09 | 05:55 AM
Die Achterbahnfahrt geht weiter. Gerade alles wieder gut. Ich hab mehr Schichten bekommen, so dass ich fast jeden Tag arbeite. Gestern habe ich endlich meinen Vertrag, wahnsinnig viele Formulare etc und eine Tour durch's Haus bekommen, vieles aber immer noch nicht alles gezeigt bekommen und meine erste Schicht im Restaurant absolviert. Zum Dinner war nicht viel los, so dass ich eigentlich nur Tische eingedeckt habe und spaeter wieder ab. Gerade ist eine Gruppe im Haus... eine Konferenz... Adult Entertainment... haha, niemand sagt es, aber eigentlich ist es eine Pornomesse. Davon bekommt man zum Glueck kaum was mit. Aber als die Damen und Herren gestern abend zum Trinken and die Bar kamen, konnte ich mir nicht helfen und mich die ganze Zeit fragen, ob man diesen Menschen ihren Beruf ansieht- haha. Fazit: manchen ja, manchen nein.
Hinter der Bar hatte ich die meiste Zeit das Gefuehl ich stehe nur im Weg rum. Da ich ja weder Kaffee machen kann, noch Cocktails mixen und auch noch nicht die Kasse bedienen. Also hab ich hauptsaechlich Tische abgeraeumt und Glaeser poliert. Alles sehr entspannt. Nur, dass ich in naechster Zeit oefter mal erst um 2 oder 3 ins Bett kommen werde, schafft mich etwas.
Meinen Ruecken habe ich mit Tiger Balm eingerieben, was die Muskeln entspannt und etwas hilft, aber eigentlich muesste ich Sport treiben, wozu ich zu fertig bin... Aber der Job macht an sich Spass. Vor allem fuehle ich mich willkommen. Keine Sorge, dass ich gefeuert werde. Dass ich von Kollegen kontrolliert werde. Dass ich nicht lange genug bleibe. Dass ich hinter meinem Geld herrennen muss. Die Leute sind alle ein bisschen crazy aber sehr nett.
Zurueck also zum alten Plan: wenn alles gut geht, werde ich im Mai nur noch reisen.
Hinter der Bar hatte ich die meiste Zeit das Gefuehl ich stehe nur im Weg rum. Da ich ja weder Kaffee machen kann, noch Cocktails mixen und auch noch nicht die Kasse bedienen. Also hab ich hauptsaechlich Tische abgeraeumt und Glaeser poliert. Alles sehr entspannt. Nur, dass ich in naechster Zeit oefter mal erst um 2 oder 3 ins Bett kommen werde, schafft mich etwas.
Meinen Ruecken habe ich mit Tiger Balm eingerieben, was die Muskeln entspannt und etwas hilft, aber eigentlich muesste ich Sport treiben, wozu ich zu fertig bin... Aber der Job macht an sich Spass. Vor allem fuehle ich mich willkommen. Keine Sorge, dass ich gefeuert werde. Dass ich von Kollegen kontrolliert werde. Dass ich nicht lange genug bleibe. Dass ich hinter meinem Geld herrennen muss. Die Leute sind alle ein bisschen crazy aber sehr nett.
Zurueck also zum alten Plan: wenn alles gut geht, werde ich im Mai nur noch reisen.
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