wanderlust ~ ~ ~
Mittwoch, 25.März.09, 10:56AM
A place called Lorne
Mittwoch | 25 März 09 | 10:56 AM
Langsam wird das hier zum Tagebuch einer Gescheiterten:
Am Montag bin ich, obwohl es mir echt schwer fiel Melbourne zu verlassen, morgens zurueck nach Lorne gefahren. Als ich am Schalter nach den Buszeiten fragte, zeigte mir der nette Herr von Vline den Fahrplan, nannte die Stationen und "then you get to a place called Lorne". Offensichtlich war mir der place bekannter als ihm.
Puenktlich um 15 Uhr war ich schwarzgekleidet im Restaurant im Mantra Erskine Beach Resort. Durfte 45 Minuten Tische eindecken und Servietten falten bis der Supervisor Phil sagte, dass leider meine Daten (Kopie von Pass und Visa, Steuernr) nicht an die Personalabteilung geschickt worden waren. Die Daten, die ich der Managerin vor 3 Wochen geschickt hatte und die sie beim Interview auch dabei hatte. Ja, Ann Kristin hatte mich vorgewarnt, dass die sehr unorganisiert sind. Ich wurde also nach Hause geschickt mit dem Versprechen, dass ich am naechsten Tag auf jeden Fall arbeiten koennte.
Bin also gestern ins Mantra eingezogen, nachdem nochmal Kopien gemacht wurden. Habe mein eigenes Zimmer, was sehr angenehm ist nach all den Hostels. Das Bad ist leider sehr versifft und ich werde wohl erstmal putzen muessen.
Gestern habe ich dann von 15:30 bis 2 Uhr nachts gearbeitet. Es gab eine 3 taegige Konferenz des Farmerverbands mit 250 Leuten. Der Konferenzsaal musste aufgeraeumt werden. Dann die Tische eingedeckt. Wir servierten Getraenke, Wein, Bier, Cola auf einem Tablett durch Menschenmassen zu balancieren und dabei zu laecheln ist mal gar nicht so einfach. Danach servierten wir ein 3 Gaenge Dinner. Auf die Frage, ob ich 3 Teller tragen kann, kann ich jetzt ohne zu luegen mit ja antworten. Nachdem alle Reden gehalten waren und das Festmahl gegen 12 beendet wurde, raeumten wir wiederum auf und deckten fuer den naechsten Tag ein. Mit meiner Kollegin Phoebe, 18, gerade mit der Schule fertig , aus dem Nachbarort Aireys Inlet, trocknete ich noch bis 2 Geschirr und fiel dann tot ins Bett.
Heute hab ich leider den groessten Teil des Tages eben dort mit hoellischen Kopfschmerzen verbracht: ob, dass von der Arbeit, vom spaeten und kurzen Schlaf, von der vorherigen Nacht auf den extrem duennen Matratzen des YHA-Bettes, bei dem man jede krumme Latte spuerte, oder von meiner generellen Erschoepfung kommt, weiss ich nicht. Meinem Ruecken geht es jedenfalls schon seit Apollo Bay nicht so gut. Vielleicht ist es auch die Sorge, um meine weiteren Reiseplaene. Gestern wurde mir naemlich eroeffnet, dass ich erst am Samstag meine naechste Schicht habe. Die Sommersaison ist vorueber, so dass sich die Arbeit auf Konferenzen beschraenkt. Davon wurden allerdings wohl ein paar abgesagt, weil die Firmen aufgrund der Finanzkrise kein Geld dafuer ausgeben wollen. Angeblich ist das hier aber mehr die Angst, als tatsaechlich Rezession.
Der Job ist also gut bezahlt (ich zahle wohl auch keine Miete und kann oefter mal umsonst essen), aber wenn nicht genug Stunden zusammenkommen, reicht es trotzdem nicht fuer meinen Plan Melbourne- Canberra- Tauchen in Cairns- Sydney. Ueberlege nun zumindest bis Ostern zu bleiben, an Feiertagen gibt es doppelte Stundenlohn, und mir derweil schon mal den naechsten Job zu suchen, denn danach nur noch Urlaub zu machen, werde ich mir wohl nicht leisten koennen.
In der Zwischenzeit werde ich mich die naechsten Tage mal auf ein paar Tageswanderungen begeben und mich intensiv meinem Buch widmen. SMS sind also wieder sehr willkommen, Emails ebenso, allerdings werde ich wieder eher seltener online sein. Mit einem Internetcafe mit einer schnellen Verbindung, modernem Equipment und moderaten Preisen koennte man hier ein Vermoegen machen... wahrscheinlich in vielen kleinen Touristenorten in ganz Australien. Bin dem YHA trotzdem dankbar fuer den Stundenpreis von 5 Dollar, in der Milkbar verlangt man 12... hahaha!!!

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