wanderlust ~ ~ ~
Dienstag, 27.Januar.09, 10:45AM
On the road- final part
Dienstag | 27 Januar 09 | 10:45 AM
... morgens war der gruselige Campingplatz gar nicht mehr gruselig. Wir wurden von einem Vogelkonzert geweckt: Kakadus, Lorikeets, Kokkaburras... Stefan war noch frueher wach und machte Fotos der heimischen Vogelwelt. Nachdem wir die Strassenkarte (irgendwie hatten wir auf der gesamten Reise Schwierigkeiten eine vernuenftige Karte aufzutreiben) und Fruehstueck (Dusche fiel mal wieder aus, weil wegen is nich), fuhren wir weiter durch Ararat, Halls Gap, in den Grampians National Park hinein. The Grampians sind der allerletzte westliche Auslaeufer der grossen Gebirgskette Great Dividing Range, die Australien an der gesamten Ostkueste durchzieht und dann nach Westen abknickt.
Dort stellten wir erfreut fest, dass wir keinen Tagespass kaufen mussten, fuhren zunaechst zum Aussichtspunkt auf "the Balconies", machten dort eine kurze Wanderung zum weiteren Lookout. Weiter zu den McKenzie Falls, zu deren Fuss wir in der Mittagshitze ueber viele viele Treppen hinabstiegen und dort enttaeuscht feststellen mussten, dass man leider nicht baden durfte. Wir hielten also nur unsere Fuesse ins kuehle Nass. Beim Aufstieg schlichen Silke und ich dann Stefan hinterher. Der Lake Wartook, ein Stausee, enttaeuschte uns wiederum, da recht eintoenig, wenig pittoresk und kein Ausblick auf irgendwas. Dort trotzdem kurze Mittagsrast, es gab... ja, Salat und Sandwiches. Die Silverband Falls gefielen dann wieder sehr viel besser: ein duenner Strahl, der unten angekommen sofort unterirdisch weiterfloss, kein See unten. Hach, und den Kopf drunterzuhalten war soooo gut nach 3 Tagen ohne Dusche!! An einem weiteren Lookout hatten wir einen weiten Blick ueber die abgeholzte Ebene ausserhalb der Grampians und einen weiteren Stausee Lake Bellfield.
Durch die Nachtfahrt zuvor, hatten wir in den Grampians viel Zeit die Gegend zu erkunden. Am spaeten Nachmittag fuhren wir zwischen den beiden Gebirgszuegen weiter, aus den Grampians hinaus nach Dunkeld, weiter nach Hamilton, wo wir kurz vor Torschluss noch in der Visitor Information nach der Beschaffenheit einiger Campingplatz auf der weiteren Route fragten. Die nette Dame verstand meine flehende Bitte um einen Platz mit Dusche und empfahl Mt Eccles National Park. Der beste Platz, der 3 von uns besuchten. Es war nichts los, wir konnten uns einen Stellplatz aussuchen, es gab Sitzgelegenheiten, eine Feuerstelle, genuegend Holz... UND: Duschen und Wasserklos. Diesmal zahlten wir Campinggebuehr, allerdings zahlten wir die $16 (ca. 8 Euro beim derzeitigen Kurs) fuer uns alle 3 sehr gerne. Wir machten noch einen kleine (500m) Wanderung zum Lake Surprise, ein See vulkanischen Ursprungs und waren ganz entzueckt von den winzigen leuchtend blauen und braunen Voegeln, die um uns herumhuepften. Da wir frueh dran waren fiel die Dusche lang und das Abendbrot sehr gemuetlich aus, bei Lagerfeuer und Rotwein fragten wir uns dann ob der hoechst merkwuerdigen Geraeusche aus dem Wald eine Weile ernsthaft, ob es in Australien Wildschweine gibt??? (inzwischen bestaetigt: ja, es gibt tatsaechlich einige wenige) Wer uns dann aber sehr bald sehr zutraulich besuchte, waren Possums... insgesamt 4 oder 5. Sie interessierten sich jedoch so sehr fuer unseren Muell, dass wir diesen lieber entsorgten, waehrend die Possums noch sehr lange um uns rum in den Baeumen rumkletterten. Gegen 12 ins Bett. Vielleicht lag's am Wein, aber das war meine beste Nacht, nicht gefroren. Dafuer schlief Silke leider nicht so gut.

Am naechsten Morgen kamen wir erst gegen 10 los. Als Stefan nach der Ausfahrt auf die Strasse fuhr, war es mir ein grosses Vergnuegen ganz gelassen sagen zu koennen: "Du faehrst auf der falschen Seite..." Da war ja zum Glueck kein Verkehr. Das ging aber auch mir so, nach laengerer Pause und aus einer Ein-/Ausfahrt kommend, war ich doch etwas verwirrt ob der Strassenverhaeltnisse. Ansonsten machte mir das Fahren sogar richtig Spass.
In Port Fairy fanden wir die historischen Strassenzuege nicht wirklich, bewunderten aber den schoenen Blick ueber einen langen Strand und helltuerkises Meer, dass man von der Ferienappartmentanlage aus hatte.
Von dort ging es weiter ueber Warrnambool, Peterborough, Port Campell auf die Great Ocean Road. Hier war es dann ganz ploetzlich sehr touristisch, ein Lookout folgte dem naechsten auf die diversen seltsamen Felsformationen vor und in der Kueste: London Bridge, The Arch, The Grotto, The Blowholw, Loch Ard Gorge und von Westen kommend zuletzt The Twelve Apostles. Viele viele Touristen aus aller Herren Laender. Dort standen dann auch an jeder Parkplatzausfahrt Schilder, dass in Australien Linksverkehr herrscht.
Nach Princetown und Lavers Hill hatten wir entschieden noch einen Abstecher nach Cape Otway, einer Halbinsel, und dem Leuchtturm dort zu machen. Im Lonely Planet hatte ich zufaellig mal kurz gelesen: Watch out for Koalas! And watch out for other motorists doing the same! Ich hatte nach der bestaendigen, aber voellig vergeblichen Suche vor 4 Jahren schon gar nicht mehr dran geglaubt, dass man die tatsaechlich jemals "in the wild" zu Gesicht bekommt. Ploetzlich rief Stefan aber von hinten: Ich hab einen gesehen! Ich nahm das erst gar nicht ernst. Als wir dann aber stoppten, fanden wir ueber eine Strecke von ein paar hundert Metern ueberall graue Fellbaelle in den Astgabeln haengen. Jede Menge Koalas, einer bewegte sich auch... zum Fressen. Das Lighthouse war dann irgendwie nicht mehr spannend...
Zurueck auf der Great Ocean Road gingen wir in Apollo Bay noch mal schwimmen. Die Fahrt ging nun auf den Felsen direkt am Meer entlang, teilweise sehr kurvig und sehr steil.
Vor Lorne war vor uns ein Laster, dessen Ruecktuer offen stand und bei jeder Kurve hin und her schwang. Ich hielt lange viel Abstand, weil ich Angst hatte uns koennte die Ladung auf die Windschutzscheibe knallen. Das ganze wurde aber immer schrecklicher anzuschauen, denn die Tuer flog in jeder Kurve auf und war vor allem fuer den Gegenverkehr echt gefaehrlich. Ein Motorradfahrer wurde fast gekoepft. Lichthupe brachte nichts, Hupen auch nicht, der Fahrer merkte nichts. Erst als ich in Lorne dicht auffuhr und konstant hupte, hielt der Laster an und wir konnten dem Fahrer Bescheid sagen. Hui ui ui, danach waren meine Knie echt weich. Tja, leider haben wir so Lorne total verpasst... und haette ich gewusst, dass Ann Kristin und Olli dort gerade in einem 4 Sterne Restaurant kellnerten, haette ich mir ja gerne kurz einen Kaffee servieren lassen. Ja, die beiden tauchen immer wieder hier in diesem Blog auf, sind aber irgendwie nicht zu fassen, aber vielleicht treffen wir uns ja doch noch irgendwann.
Ueber Airey's Inlet, Anglesea, Torquay, Geelong fuhren wir abends nach Melbourne rein. Fanden das Hostel schnell und auch das Parken war widererwartend keinerlei Problem. In Melbourne genossen wir wiederum eine richtige Dusche, ein richtiges Essen beim Italiener und schlenderten noch eine Weile durch die City, so dass ich leider zwar nur einen sehr kurzen, aber doch einen kleinen Eindruck bekam. Ich muss sagen, ich kann verstehen, warum viele Melbourne toll(er) finden, aber meine Lieblingsstadt bleibt Sydney, was aber natuerlich auch daran liegt, dass ich hier Leute kenne und hier schon gewohnt habe.
Am naechsten Mittag dann Rueckflug nach Sydney- ich von Avalon weit ausserhalb, Silke und Stefan von Tullamarine, wo sie das Auto abgaben. In Astrid's Wohnung trafen wir uns dann wieder... und dies alles geschah einmal vor Weihnachten.

This is the end, my friends!


PS: Tanja schien da uebrigens doch nicht alleine zu wohnen, im Hellen sahen wir auch noch die Haeuser von Tanja's Eltern, ihrer Oma, ihrem Onkel und den Cousinen.

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